0

Herrschaft und Lebensalter. Alexander der Grosse: Politisches Image und anthropologisches Modell

Alexander der Große: Politisches Image und anthropologisches Modell, Jacob Burckhardt-Gespräche auf Castelen 22

14,00 €
(inkl. MwSt.)

Lieferbar innerhalb 1 - 2 Wochen

In den Warenkorb
Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783796525766
Sprache: Deutsch
Umfang: 40 S.
Format (T/L/B): 1.2 x 21.2 x 13.3 cm
Auflage: 1. Auflage 2009
Einband: kartoniertes Buch

Beschreibung

Realität, die aus Bildnissen spricht "Als der junge Alexander im Jahr 336 v.Chr. nach dem Tod seines Vaters Philipp II. König der Makedonen wurde, war dies ein Auftritt auf der 'Bühne der Weltgeschichte', wie er spektakulärer kaum hätte sein können. Ein 'Auftritt' nicht nur im Sinn einer rhetorischen Metapher. Es war ein politischer Auftritt: Gerade zwanzig Jahre alt geworden, trat Alexander die Herrschaft über die dynamischste politische Macht dieser Zeit an, gewann im Handumdrehen die Anerkennung fast aller griechischer Staaten als Anführer ihres gemeinsamen Bündnisses, des Hellenischen Bundes, nahm sofort die Pläne seines Vaters zum Krieg gegen das Perserreich auf und setzte schon zwei Jahre später zu dem gewaltigsten aller Kriegszüge der Antike an, der binnen zehn Jahren zur Unterwerfung des unermesslichen Reiches der Achämeniden bis nach Oberägypten und bis an den Indus führen sollte. Sein früher Tod, unmittelbar nach der Rückkehr von Indien nach Babylon 323 v.Chr., mit 33 Jahren, war ungewollt der letzte dramatische Akt dieser biographisch-politischen Inszenierung. Wie ein Komet war er aufgetaucht, hatte die bekannte Welt durchmessen, und ebenso plötzlich verglühte er wieder - aber nichts war mehr so, wie es gewesen war." Im vorliegenden Band der Jacob Burckhardt-Gespräche auf Castelen untersucht Tonio Hölscher die verschiedenen Darstellungen Alexanders des Grossen entsprechend der Vorstellungen der damaligen Gesellschaft. Er stellt das Verhältnis zwischen dem selbstgestalteten Image Alexanders und dem Grundtypus der Bildnisse heraus. Anders als vorangehende Herrscher lässt sich Alexander als unbärtiger, junger Mann präsentieren, wodurch der Betrachter an mythische Helden, wie Iason oder Perseus erinnert wird. Mit dieser Art von Grundtypus wird das traditionelle Leitbild vom väterlichen Lenker durch das des jugendlichen Helden abgelöst. Hölschers Ausführungen regen über das Kernthema hinaus zur Reflexion über Darstellungen von Politikern der modernen Zeit an.